Wer heute an deutschen Tankstellen steht, braucht starke Nerven – und ein dickes Portemonnaie. Der Liter Super kostet zwischen 2,20 und 2,80 Euro. Das Barrel Brent notiert gleichzeitig bei rund 105 Dollar. Klingt auf den ersten Blick nach einer logischen Folge hoher Rohstoffpreise. Doch der Schein trügt gewaltig. Wer die Zahlen von 2008 danebenlegt, erkennt sofort: Hier stimmt etwas fundamental nicht. Damals kostete das Barrel monatelang zwischen 130 und 147 Dollar. Der Liter Super lag im Jahresdurchschnitt bei 1,39 Euro und stieg selbst in den heißesten Wochen kaum über 1,55 bis 1,58 Euro. Heute ist das Rohöl spürbar billiger – und der Zapfsäulenpreis fast doppelt so hoch. Das ist kein Marktgeschehen mehr. Das ist politische Plünderung.
Der Staat kassiert dreifach ab – und nennt es Fortschritt
Der eigentliche Preistreiber sitzt nicht in Riad oder Houston, sondern in Berlin. Energiesteuer, CO₂-Abgabe und Mehrwertsteuer auf beides zusammen ergeben eine Abgabenlast, die den Rohstoffanteil längst in den Schatten stellt. Der Bürger zahlt also nicht nur fürs Öl, er zahlt Steuern auf Steuern – und wird anschließend belehrt, das sei alternativlos und gut für den Planeten. In Wahrheit handelt es sich um eine hochentwickelte Umverteilungsmaschine: Kaufkraft wird systematisch aus den Taschen der Pendler, Handwerker, Mittelständler und Familien gesogen und in den großen Topf der „Transformation“ umgeleitet. Wer das noch als marktwirtschaftliche Lenkung verkaufen will, verhöhnt die Realität.
2008 als Beweismittel gegen die heutige Politik
Der Vergleich mit 2008 ist erdrückend. Damals tobte eine echte globale Rohstoffkrise. Die Preise explodierten, Spekulanten trieben das Fass zum Überlaufen – und dennoch blieb der deutsche Spritpreis erträglich. Heute, bei niedrigeren Notierungen, greift derselbe Staat zu, als gäbe es kein Morgen. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Die Inflation wird weiter angeheizt, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erodiert, und der Alltag wird für Millionen Menschen spürbar teurer. Wer behauptet, das sei der Preis für den Klimaschutz, muss erklären, warum genau dieselben Mechanismen 2008 bei deutlich höheren Rohölpreisen noch nicht greifen mussten. Die Antwort ist simpel: Weil der politische Wille damals ein anderer war.
Energie verteuern, um Verhalten zu erzwingen
Hinter der Preistreiberei steckt keine technische Notwendigkeit, sondern eine ideologische Entscheidung. Energie soll teuer sein. Produktion und Konsum sollen schrumpfen. Mobilität soll unattraktiv werden. Wer trotzdem fährt, heizt oder produziert, wird bestraft – mit dem eigenen Geld. Die Regierung schaut dabei nicht etwa hilflos zu. Sie gestaltet aktiv. Während die Gasspeicher vor dem Winter bei mageren 55 Prozent stehen und die nächsten Abrechnungen der Versorger bereits in den Briefkästen landen, bleibt der Kurs unerschütterlich: teurer machen, verknappen, umerziehen. Das ist keine Energiepolitik. Das ist Gesellschaftspolitik mit dem Preisschild als Peitsche.
Die realen Verlierer stehen nicht in den Ministerien
Die Folgen tragen nicht die Planer in den Ministerien, sondern die, die noch etwas bewegen. Der Mittelständler, der nachrechnet, ob die Nachtschicht noch rentabel ist. Der Pendler, der den Job gegen den Spritpreis abwägt. Die Familie, die den Sommerurlaub mit dem Auto absagt. Jeder Euro, der an der Tankstelle mehr verlangt wird, fehlt am Ende im Konsum, in der Investition oder einfach im Haushaltsbudget. Das ist kein Kollateralschaden. Das ist das erklärte Ziel: weniger Verbrauch, weniger Produktion, weniger Wohlstand – verkauft als moralischer Fortschritt. Wer das „soziale Gerechtigkeit“ nennt, hat den Begriff ins Gegenteil verkehrt.
Deutschland macht sich zum Sonderfall der Teuerung
Auffällig ist, dass andere Länder mit denselben Rohstoffkosten deutlich niedrigere Zapfsäulenpreise hinbekommen. Der deutsche Sonderweg besteht in einer beispiellosen Steuer- und Abgabenlast plus der politischen Entscheidung, Energie als Erziehungsmittel zu missbrauchen. Während 2008 der hohe Ölpreis ein internationales Phänomen war, ist der heutige Spritpreis ein weitgehend hausgemachtes Problem. Die Politik hat den Rohstoffpreis zur Ausrede degradiert, um die eigene Abgabenorgie zu kaschieren.
Abgenutzte Floskeln und ein drohender Winter
Die Rechtfertigungen klingen inzwischen hohl. Die CO₂-Bepreisung „lenke“ – wohin genau? In die Deindustrialisierung und in die Armut? Die Transformation müsse finanziert werden – mit dem Geld derjenigen, die noch arbeiten, während man gleichzeitig die industrielle Basis aushöhlt? Alternativlos sei das alles – alternativlos ist vor allem die Chuzpe, den Bürgern zu erzählen, sie zahlten für eine bessere Welt, während man ihnen schlicht die Taschen leert. Parallel dazu stehen die Speicher bei 55 Prozent. Das ist kein Sicherheitspolster. Das ist ein Warnsignal, das systematisch ignoriert wird, weil Versorgungssicherheit hinter dem ideologischen Umbau zurückstehen muss.
Fazit: Eine Politik, die den Bürger zum Feind erklärt
Was hier betrieben wird, ist keine vernünftige Energiepolitik. Es ist Politik gegen die eigene Bevölkerung. Der Rohölpreis dient lediglich als Feigenblatt. Die eigentliche Dynamik kommt aus Steuern, Abgaben und dem politischen Willen, Energie künstlich teuer zu halten. 2008 war der Liter Super trotz Rekord-Ölpreisen noch bezahlbar. Heute ist er es trotz niedrigerer Notierungen nicht mehr. Der Markt hat sich nicht verändert. Die Politik hat sich verändert – und zwar zum Nachteil der Menschen, die dieses Land am Laufen halten.
Solange dieser Kurs fortgesetzt wird, bleibt der Liter Super nicht nur ein Preisschild an der Zapfsäule. Er wird zum Symbol dafür, wie man ein Industrieland systematisch ärmer macht und den daraus entstehenden Schaden als historischen Fortschritt verkauft. Das Rohöl ist unschuldig. Die Verantwortung liegt woanders.
Quellen:
Energie Experten
OstHessen-News
Fastenergy
